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@ invite.....mach ich doch gerne...
vor allem wenn ich den text nur kopieren muss..es ist aber KEINE kritik an clio's buch, das schreib ich gleich dazu. damit das keiner missversteht.
den kryptologischen teil möchte ich euch ersparen...
Die Historiker wussten, das die Papiere, die mit der grossen Chiffre verschlüsselt waren, unschätzbare einblicke in die frz.
Intrigen des 17ten jahrhundert bieten würden.
Im Jahr 1890, grub Victor Gendron, ein Militärhistoriker, der die Feldzüge Ludwigs XIV erforschte, einige bisher unentdeckte
Briefe aus, die mit der Großen Chiffre verschlüsselt waren. Er selbst konnte nichts damit anfangen und überreichte sie dem
französischen Offizier Etienne Bazeries, einem angesehenen Fachmann in der Krypto-graphie-Abteilung der französischen Armee.
Für Bazeries waren diese Briefe die Herausforderung seines Lebens, und er opferte drei Jahre, um sie zu entziffern.
Die verschlüsselten Seiten enthielten Tausende von Zahlen.
....Endlich gelang Bazeries die vollständige Entschlüsselung, und damit war er der erste Mensch seit zweihundert Jahren,
dem die Geheimnisse Ludwigs XIV preisgegeben waren. Die entzifferten Dokumente schlugen die Historiker in Bann. Besonders
angetan hatte es ihnen ein erstaunlicher Brief, der eines der großen Geheimnisse des 17. Jahrhunderts aufzuklären schien.
Der Brief enthüllte die wahre Identität des Mannes mit der eisernen Maske.
Über den Mann mit der eisernen Maske war schon gerätselt worden, seit er in der französischen Festung Pignerol im heute
italienischen Savoyen inhaftiert worden war. Als man ihn 1698 in die Bastille überführte, versuchten Bauern, einen Blick
auf ihn zu erhäschen, und später hieß es, er sei klein, groß, blond, dunkelhaarig, jung und alt. Manche behaupteten gar,
er sei eine Sie. Mit so wenigen handfesten Tatsachen brauten sich von Voltaire bis Benjamin Franklin viele Autoren ihre
eigene Theorie, um den Fall des Mannes mit der eisernen Maske zu erklären. Die beliebteste Verschwörungstheorie über die
Maske (wie er manchmal genannt wurde) lautet, er sei der Zwilling Ludwigs XIV acht Stunden jünger als er und zur
Gefangenschaft verdammt, um jeden Streit darüber zu vermeiden, wer der rechtmäßige Thronfolger sei. In einer Spielart dieser
Theorie wurde behauptet, es gebe Nachfahren der Maske und somit eine verborgene königliche Abstammungslinie. In einem 1801
erschienen Pamphlet wird behauptet, Napoleon selbst sei ein Nachfahre der Maske, ein Gerücht, das der Kaiser, da es seine
Stellung festigte, nicht bestritt.
Der Mythos der Maske inspirierte sogar die Dichter und Dramatiker. Victor Hugo begann 1848 ein Stück mit dem Titel Zwillinge,
doch als er erfuhr, daß Alexandre Dumas bereits dieselbe Geschichte auswertete, ließ er die beiden Akte, die er geschrieben
hatte, unvollendet liegen. So ist es Dumas' Name, der mit der Geschichte des Mannes mit der eisernen Maske verbunden ist.
Der Erfolg seines Romans bekräftigte die Vorstellung, die Maske sei mit dem König verwandt, und dieser Glaube hält sich bis
heute, trotz der gegenteiligen Beweise, die einer der von Bazeries entschlüsselten Texte enthält.
Bazenes entzifferte einen Brief von Francois de Louvois, Kriegsminister unter Ludwig XIV, der mit der Schilderung der
Verbrechen von Vivien de Bulonde beginnt, des Kommandeurs, der für den Angriff auf die Stadt Cuneo an der französisch-
italienischen Grenze verantwortlich war. Obwohl er Befehl hatte, seine Stellung zu halten, beunruhigte ihn der Anmarsch
feindlicher Truppen aus Osterreich so sehr, daß er floh und seine Munition und viele seiner verwundeten Soldaten zurückließ.
Dem Kriegsminister zufolge gefährdete dieses Verhalten den gesamten Feldzug im Piemont, und der Brief macht deutlich, daß der
König Bulondes Gebaren für äußerst feige hielt:
Seine Majestät kennt die Folgen dieser Tat besser als jeder andere und ist sich auch im klaren darüber, wie sehr unsere Sache
in Mitleidenschaft gezogen wurde, weil es uns nicht gelungen ist, die Stadt einzunehmen. Dieser Fehler muß während des Winters
wiedergutgemacht werden. Seine Majestät wünscht, daß Sie General Bulonde sofort festsetzen und veranlassen, daß man ihn in
die Festung Pignerole überführt, wo er des Nachts unter Bewachung in eine Zelle gesperrt werden soll und des Tags die
Erlaubnis hat, mit einer Maske an den Zinnen entlangzugehen.
Offenbar geht es hier um einen maskierten Häftling in Pignerole, der eines hinreichend schweren Verbrechens schuldig war.
Auch die Daten passen zum Mythos vom Mann mit der eisernen Maske.
aus: simon singh, geheime botschaften, die kunst der verschlüsselung von der antike bis in die zeit des internet
dtv, 1999
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